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08.01.2012 08:14:00
Andreas Berneck

"Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann eine große Ritterburg. Da kann ich dann mit den Rittern spielen. Einen Drachen möchte ich auch dazu, der Feuer spucken kann. Da können die Ritter dann die Menschen retten. Vielleicht bringt mir der Weihnachtsmann auch eine Rennbahn. Bestimmt bringt er die, dann kann ich mit den Autos spielen und sie ganz schnell rumsausen lassen. Das wäre toll."

Zugegeben, die Wünsche unserer Kinder sind oft nicht bescheiden. Im Kern dieser Wünsche sind aber fast immer kommunikative Elemente enthalten. Ritter spielen macht mit Freunden oder den Eltern zusammen mehr Spaß. Und eine Rennbahn eignet sich ebenso dazu, Kontakte zu knüpfen. Die Rennbahn eröffnet für das Kind aber auch eine Möglichkeit für eine Art Wettbewerb gegen sich selbst: Schaffe ich es, den Flitzer noch schneller oder weiter fahren zu lassen? Es öffnen sich so also Räume für eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Experimentieren und sich selbst ausprobieren.

Was sich Kinder also vom Weihnachtsmann wünschen ist im Grunde kein Spielzeug - sie wünschen sich Aufmerksamkeit, Zeit mit Freunden, mit den Eltern. Kinder glauben auf eine besondere Art an den Weihnachtsmann.

Bei uns Erwachsenen kommen diese Wünsche oft völlig anders an. Wir glauben eben nicht an den Weihnachtsmann. Dennoch glauben aber eigentlich alle an irgendetwas. Denn glauben setzt zwar nicht zwingend Wissen voraus, allerdings braucht es ein großes Maß an Vertrauen, um glauben zu können. Glauben heißt zunächst einmal Vertrauen zu haben. Von einem solchen Glauben reden Erwachsene pausenlos: Vom Glauben an den Euro, dem Glauben an das Wirtschaftssystem oder einfach nur dem Vertrauen in andere Menschen. Damit ist gemeint, dass Menschen allgemein darauf vertrauen, dass das Verhalten von Dingen oder Menschen eine gewisse Beständigkeit hat. Gerade bei Menschen vertrauen wir auf deren Identität und Authentizität. Leben wäre anders gar nicht möglich.

Das Wünschen von Erwachsenen weist damit einen großen Unterschied zum Wünschen von Kindern auf. Marius Müller Westernhagen hat das in seinem Lied "Freiheit" einmal auf den Punkt gebracht: "Der Mensch ist leider nicht naiv, der Mensch ist leider primitiv." Erwachsene glauben an Mechanismen. Kinder glauben an das Wünschen selbst, an Kommunikation und an die Möglichkeit, Dinge zu verändern, zu verbessern. Erwachsene vertrauen lieber darauf, dass andere schon etwas tun werden oder dass Geld einen Wert besitzt, mit dem etwas bewegt werden kann. Erwachsene glauben an Mittler, nicht an die Kraft des eigenen Wünschen. Risiken gehen Erwachsene eben nicht gerne ein. Wünsche, miteinander reden oder Veränderungen sind in dieser Form zumindest eine schwierige Übung. Erwachsene glauben nicht an den Weihnachtsmann.

Vielleicht sollten aber einige wieder beginnen wie Kinder an den Weihnachtsmann zu glauben. Ich denke, dadurch wäre vielleicht einiges möglich, was hier und heute aus einem Mangel an Menschlichkeit unmöglich erscheint.

Liebe Grüße,

Andreas Berneck


  
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06.11.2011 07:38:42
Andreas Berneck

Also Kinder, ich bin jetzt im Urlaub.

Aller Vorrausicht nach bin ich bis Weihnachten wieder da, aber die Vorbereitungen darauf sollten natürlich jetzt schon loslaufen.

Status:

Wie Weihnachten letztes Jahr im Internet gezeigt hat, heißt Weihnachten nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der Weihnachtsmann entsprechend auch ab jetzt X-man heißen! Da X-mas quasi schon vor der Tür steht, ist es spätestens seit Oktober höchste Zeit, mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen.

Verzeihung, seit Oktober ist es höchste Zeit, mit dem Weihnachts-roll-out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion just in time vorzubereiten.

Hinweis:

Die Kick-Off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für die diesjährige SANCROS (Santa Claus Road Show) findet bereits am 27. November statt. Daher wurde das offizielle come-together des Organizing Commitees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) abgehalten.

Erstmals haben wir ein Projekt-Status-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in Workshops entwickelte to-do-Liste und einheitliche Job Descriptions erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Kundenevents und optimierte Geschenk-Allocations geschaffen werden, was wiederum den Service-Level erhöht und außerdem hilft, X-mas als Brandname global zu implementieren.

Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head des Global Christmas Markets (früher Knecht Ruprecht) die Ablauforganisation abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zuständigen Schenking-Center sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch sog. Geschenk-Units über das Internet angeboten werden.

Die Service Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via conference call virtuell informiert und die core-competence vergeben. Ein Bündel von Incentives und ein separates Team-Building-Event an geeigneter location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche corporate culture samt identity zu entwickeln.

Der Vorschlag, jedem Engel einen coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budgetgründen zunächst gecancelled. Stattdessen wurde auf einer zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem testmarket als Pilotprojekt eine Hotline für kurzfristige Weihnachtswünsche einzurichten, um den added value für die Beschenkten zu erhöhen. Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MIST) ist auch benchmark-orientiertes Controlling für jedes private-Schenking-Center möglich.

Nachdem ein neues Literaturkonzept und das layout-Format von externen Consultants (Osterhasen Associates) definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release V2.22.113.1) erstellt werden.

Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter für das laufende updating. Hochauflagige lowcost-giveaways dienen zudem als teaser und flankierende Marketingmaßnahmen. Ferner wurde durch intensives brainstorming ein Konsens über das Mission Statement gefunden.

Es lautet: "Let's keep the candles burning" und ersetzt das bisherige "Frohe Weihnachten".

X-man hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des corporate redesigns. Er akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting- Ansatz, auch im Hinblick auf den Shareholder-value, und würdigte das Know-how seiner Investor-Relation-Manager.

In diesem Sinne: Schönen Advent,

Dr. J. Christus v. Bethlehem


  
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18.10.2011 07:47:19
Andreas Berneck

Die existenzielle Grundlage des Lebens auf der Erde ist die permanente Verfügbarkeit von gesundem Wasser, gesunder Luft und gesunder Nahrung. Diese primären Lebensgrundlagen sind der kleinste gemeinsame Nenner, den alle Menschen essentiell und grundsätzlich benötigen. Das bedeutet, dass ein Leben ohne diese Grundlagen überhaupt nicht möglich wäre. Darauf aufbauend ist die Verwirklichung individueller und kollektiver Lebensvisionen – ein "gutes Leben“ – somit ebenfalls nur möglich, wenn sowohl die Verfügbarkeit, als auch der Zugang zu gesunder Luft, gesundem Wasser und gesunden Lebensmitteln langfristig und bedingungslos für alle Menschen sichergestellt ist. Diese banale Erkenntnis wird momentan oft nicht berücksichtigt. Dabei spielen meiner Meinung nach v.a. bestimmte Sichtweisen bei Themen wie Bildung, Wirtschaft, Politik und deren Auswirkungen auf die Lebensweise der Menschen eine Rolle.

Die Instrumentalisierung der Arbeit als reine Ressource durch die Wirtschaft, die v.a. seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts vorangetrieben wird, ist in diesem Zusammenhang besonders bedenklich. Bildung ist in diesem Kontext dazu da, Arbeitskräfte zu „produzieren“, was sich in Wörtern wie Humankapital oder Human Resources niederschlägt. Die Bildung wird also benutzt, um das zu schaffen, was gebraucht wird. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass Wirtschaft über die Gesellschaft gestellt wird.

Dieser Trend wurde von der Politik aufgegriffen und die Förderung der Wirtschaft als vorrangiges Ziel ausgegeben. Das ist bis heute so geblieben. In diesem Szenario werden somit die verschiedenen sozialen, politischen, kulturellen und ökologischen Aspekte und Zyklen grundsätzlich durch die Wirtschaft erweitert und somit in ihrer Ausprägung dimensional limitiert. Das ist der Fall, weil die wirtschaftliche Nutzung den Zweck der eingesetzten Ressourcen immer unter dem Blickwinkel der Gewinnmaximierung betrachtet und damit grundsätzlich nach wirtschaftlichem Nutzen und wirtschaftlicher Verwertbarkeit fragt. Der folgende tatsächliche wirtschaftliche Aufschwung der 1980er und 1990er Jahre verstärkte den Glauben an die Funktionsfähigkeit des Prinzips der Marktwirtschaft auf gesellschaftlicher Ebene. Gleichzeitig wurde dieser Zustand mehr und mehr durch Unternehmen und deren Marketing ausgenutzt und auf die Spitze getrieben. Gesellschaftlich führte dies zunächst zu mehr Wohlstand in breiten Bevölkerungsschichten. Zudem konnte die eigene Identität und Individualität besser gelebt werden. Beide Faktoren brachten in den Industriestaaten eine starke Tendenz zu Hedonismus und Egoismus hervor, die immer mehr am eigenen Vorteil orientiert war. Im Zuge dessen wurde Bildung mehr und mehr zur Privatsache, die gleichzeitig aber von immer weniger Personen in Anspruch genommen wurde oder werden konnte. Das sinkende Niveau wird heute durch verschiedene Organisationen (z.B. MPI, OECD) kritisiert.

Dieser Zustand führt dazu, dass Ressourcen übermäßig ausgebeutet werden. Das Niveau in Bezug auf Konsum und wirtschaftliches Wachstum ist auf Kosten anderer Faktoren angehoben worden. Produkte und materielle Dinge werden mehr und mehr zum Indikator für Selbstverwirklichung. Das führt indirekt zu einer gewissen Kritiklosigkeit in Bezug auf politische Entscheidungen, da Politik und politischer Erfolg inzwischen sehr stark an wirtschaftlichen Kriterien gemessen wird. In diesem Spiel geht es hauptsächlich um Wettbewerb und Konkurrenzdenken. Um erfolgreich zu sein muss eine Seite versuchen, der anderen Seite durch Strategie und Strategeme zu schaden bzw. Vorteile für sich selbst und damit „Marktanteile“ zu gewinnen. Im Zusammenhang mit den Wirkungen sind aber immer Rückkopplungseffekte enthalten, die der Gesellschaft bzw. dem Leben als Ganzes schaden und damit kontraproduktiv sind. Diese Rahmenbedingungen sind somit nicht geeignet, um nachhaltige Lösungen zu schaffen. Hier muss das „richtige“ Maß wiedergefunden werden, das unserer Welt gut tut. Die grundsätzliche Voraussetzung dafür ist aber, die eigenen Grenzen zu kennen und sie zu respektieren, die eigene Freiheit an der Freiheit der anderen auszurichten.

Das störende am Wettbewerb in dieser Form ist die Ausprägung, die einige eben veranlasst, andere schwächen zu wollen, statt sich selbst zu stärken. Wettbewerb kann aber auch anders gelebt werden. Negativer, Ressourcen verschwendender Wettbewerb steht hier einem positiven, alle Bereiche fördernden Wettbewerb gegenüber. Die einfache Erkenntnis lautet, dass Kooperationen und Co-Evolution mehr bewegen kann, weil sich hier Konzepte, Strategien, Kulturen usw. ergänzen. Wettbewerb muss also irgendwann in eine sich ergänzende Zusammenarbeit münden. Für die bedingungslose Erhaltung der Lebensgrundlagen muss somit auf nichts verzichtet werden. Es läuft vielmehr darauf hinaus, alles auf anderem, verträglicherem Wege zu erreichen und so zu leben, dass die Lebensgrundlagen erhalten bleiben.

Diskussionen wie wir sie zur Zeit oftmals finden, z.B. über Kinderarmut, Umweltverschmutzung, Sicherung des Grundeinkommens, Börsencrashs, zu wenig Lehrer an den Schulen, etc., würden sich unter diesen Rahmenbedingungen im positiven Sinne erübrigen. Veränderungen in all diesen Bereichen wären eine logische Folge des veränderten Fokus. Im Grunde geht es also darum, Gesellschaft zu gestalten!


  
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13.09.2011 06:58:40
Andreas Berneck

Aber WIE? Mein Sohn schaut mich fragend an. Ich bin schon einigermaßen verzweifelt nachdem ich ihm jetzt schon eine ganze Zeit die Fragen nach dem Warum geduldig erklärt hatte. Naja, so geduldig das eben geht, wenn ein 4-jähriger nach dem WARUM fragt. Jetzt also noch die Frage nach dem WIE.

Die Fragen klingen meistens einfach: Woher kommt der Regen? Warum ist es dunkel? Warum arbeiten Menschen? Leider sind die Antworten darauf nicht immer ganz einfach. Der Satz "Menschen arbeiten, um Geld zu verdienen" trifft ja eigentlich nicht den Kern. "Menschen arbeiten, um die Sachen herzustellen, die sie brauchen" trifft den Kern vielleicht eher, ist aber von der Erfahrungswelt der Kinder inzwischen meilenweit entfernt. Wenn etwas kaputt ist oder wir etwas brauchen, dann kaufen wir es eben - wir machen es eben nicht mehr selbst. Kinder haben zudem auch noch den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Erwachsenen vieles nicht als Arbeit empfinden. Gartenarbeit ist eben ein Spiel. "Was spielt Ihr beiden, wenn Ihr ins Büro geht?" Wirtschaft ist ein Kinderspiel - wir Erwachsenen wissen das nur noch nicht so genau.

Inzwischen ist aus dieser vermeintlich einfachen Frage meines Sohnes so einiges entstanden. Wir spielen. Und wir entdecken dabei, dass es viel mehr Spaß macht eine Ritterburg selbst zu basteln als sie zu kaufen. Gemüse aus dem Garten schmeckt lecker und es ist spannend zu erleben, wie es wächst. Wenn Spielsachen kaputt gehen, dann kann Papa sie wieder reparieren. Die Sache mit der Arbeit und dem WARUM scheint also geklärt.

Das Leben scheint wieder etwas ruhiger zu werden. Das dachte ich zumindest bis zu dieser Frage: "Du Papa, WIE kann man denn eigentlich ein Fahrrad machen?" Es ist also soweit. Papa, erklär mal, wie funktioniert das Leben. Das führt mich dann wieder zu Fragen, auf die ich ebenfalls noch Antworten suche. Ich bin wirklich gespannt was diesmal dabei heraus kommt ...

Was das alles bedeutet? Es zeigt, dass Kinder eigentlich in jedem Alter sich selbst - und eben anderen - Fragen stellen, Antworten suchen. Man kann physikalische oder auch soziale Ereignisse nur dann kontrollieren, wenn man die Regeln kennt, die ihnen zugrunde liegen. Schon Neugeborene erkunden die Welt und es eröffnen sich quasi täglich neue Möglichkeiten, die Welt besser kennenzulernen.

Die "Funktionslust" steht bei den Kindern jedoch nicht im Vordergrund. Sie freuen sich eben, wenn etwas gelingt oder sind enttäuscht, wenn etwas nicht gelingt. Aber Kinder lassen sich nicht davon abhalten herauszufinden wie das Leben funktioniert, selbst wenn etwas nicht das erste Mal gelingt. Vorgefertigte Antworten - Fehlanzeige. Sie geben sich auch mit einmal gegebenen Antworten nicht einfach zufrieden und bleiben neugierig. Ich denke, gerade das ist etwas, das Erwachsene von Kindern lernen sollten.

Viele Grüße,

Andreas Berneck


  
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22.06.2011 09:25:28
Andreas Berneck

Voraussetzung: Zeit, Geduld und Humor

Spielvorbereitung: keine, das Spiel wird gerade erst erfunden

Ziel des Spiels: keins, wir sind mal wieder spontan und spielen einfach

Spielverlauf: unterschiedlich

Spielende: zuerst nicht absehbar, dann sehen wir immer deutlicher Licht am Horizont. Gewonnen hat jeder, der mitspielt.

Das neue Lernspiel von entdex lässt dann sicher nicht mehr so lange auf sich warten. Wir spielen hier jedenfalls schon fleißig und haben Spaß dabei. Nur noch der ultimative Test im Kindergarten und danach wird Wirtschaft wirklich zum Kinderspiel. Wir sind gespannt und freuen uns schon auf den Start. Auch wenn bei schwülwarmen 26 Grad das Denken nicht gerade leicht fällt ;)

Einen schönen Tag an alle,

Andreas Berneck


  
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