
| Falsch gedacht – Bedarfsplanung bei Kitas unzureichend |
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Es ist ein sonniger Tag. Die Kinder des Kindergartens in der Fröbelstraße in Erfurt spielen draußen. Sie fahren mit Ihren Fahrzeugen fröhlich hintereinander und haben offensichtlich Spaß. Das Lachen der Kinder täuscht jedoch ein wenig über das traurige Bild hinweg, das die Kita momentan bietet. Schon im Vorjahr mussten sich die Knirpse mit Betonplatten begnügen, da der Garten nicht zur Verfügung stand. Vor zwei Jahren begann die Generalsanierung, jetzt wurde der Spielplatz neu gestaltet, der Rasen ist ebenfalls neu, muss aber noch bis Mai geschont werden. Alles zusammen hat über eine Million Euro gekostet. Ortswechsel. Seit zwei Jahren ist die Neugestaltung der Kita Am Sibichen ein Thema. Fenster und Türen wurden erneuert, aber die dringend notwendige Erneuerung der Innenräume wurde immer wieder verschoben. In diesem Jahr wurde die Modernisierung nun für 2012 zugesagt. Noch spielen die Kinder der Einrichtung ausgelassen im großen Garten der Einrichtung. Wo Sie während des geplanten Umzugs spielen werden, ist hingegen noch unklar. Das Jugendamt in Erfurt geht von einem sinkenden Bedarf für Kindergartenplätze aus. Allerdings sind die Zahlen, auf die man sich dabei stützt, längst überholt. Heute ist klar: Erfurt wird entgegen den Erwartungen größer. Das führt auch zu mehr Kindergartenplätzen. Dadurch ist es momentan für Eltern sehr mühsam in Erfurt überhaupt einen Kindergarten- oder Krippenplatz zu bekommen. Der Bedarfsplan, der die Zahl der Kinder und deren Betreuung durch die ErzieherInnen sicherstellen soll, wurde bereits außer Kraft gesetzt. Jetzt dürfen alle Kitas so viele Kinder aufnehmen, wie sie wollen. Das führt teilweise dazu, dass Kindergärten, die für 65 Kinder vorgesehen waren, nun bereits 85 Kinder aufnehmen mussten. Die Zahl der ErzieherInnen blieb hingegen gleich. Sie können sich dann weniger mit dem einzelnen Kind beschäftigen. Das macht weder das betroffene Kind noch die ErzieherInnen wirklich glücklich. Es ist also inzwischen höchste Zeit, dass man sich in Erfurt darüber Gedanken macht, wie es weiter gehen soll. Um die Erneuerung und den Neubau von Kitas und Krippen kommt man daher nicht herum. Das Problem ist dabei nur, dass niemand so recht weiß, woher das Geld dafür kommen soll. Das Geld für die Modernisierung der Kitas und Krippen würde an anderer Stelle fehlen. Die Stadt muss sich also die Frage stellen, welchen Stellenwert die Zukunft Ihrer Kinder für sie hat. Es geht hier auch darum, in welcher Gesellschaft wir in dieser Zukunft leben wollen. Eines sollte dabei jedoch klar sein: Spielen auf Betonplatten und gestresste ErzieherInnen sind sicher keine gute Voraussetzung. |